Go Hawks!

Donnerstag, 18. August – Teil 2

Für den Abend war Spezialprogramm angesagt. Noch bevor ich mein Flugticket hatte, hatte ich bereits Karten für das Pre-Season Spiel der Seattle Seahawks gegen die Minnesota Vikings gebucht. Was für ein Traum – bei meinem Lieblings-NFL-Team im lautesten Stadion der Welt!

Aber erstmal galt es, eine andere Hürde zu überwinden: Wie hin kommen?! Der Sounder – ein Sonderzug, der an Spieltagen fährt – wurde zum Pre-Season Spiel nicht eingesetzt. Und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ohne gute Ortskenntnis Nachts zurück? Lieber nicht.

Also mit dem Auto hin – und Parkplatz suchen. Nicht am Stadion (Parkplatz kostet da 60 Dollar und mehr) sondern in Laufweite (2 km) – und wo sonst die Parkzeit mit 1 – 2 Dollar je Stunde berechnet wird, kostete es wegen „Event“ immer noch 30 Dollar……

Dann aber los – dier Straßen waren bereits übervoll mit Fans in Hawk-Shirts. Ganz im ernst – ich fiel auf, weil ich als einziger KEIN Hawk-Jersey hatte…..

Vor dem Stadion dann eine Gruppe von Predigern mit Megafon, die die gesamte Zeit bis zum Spiel auf die Menschen einredeten, sich zu Jesus zu bekennen und ihre Sünden zu bereuen – wenn man in das Bild rein zoomt, erkennt man die Schilder. Die Jungs waren recht aggressiv, da wollte ich nicht zu dicht ran mit Foto…

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Das Safeco-Field – auf der Stahlkonstruktion oben ist eine gigantische Laufkatze installiert, die das gesamte Dach seitwärts nach links vom Stadion schieben kann (über die angrenzenden Bahngleise) – aktuell ist das Dach offen…

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nun aber rein ins Stadion – durch Sicherheitskontrollen wie am Flughafen!

Im Stadion dann in den Fan-Shop – doch genau wie bei den Shops in der Stadt kostet ein Jersey ab 100 Dollar aufwärts, die, wo die Nummer aufgestickt statt gebügelt ist, 150 Dollar aufwärts. Also habe ich mir nur eine Cap im Wert von 30 Dollar gegönnt…..

Im Stadion dann großzügig angelegte Verkaufsflächen für Essen und Getränke – zu echten Stadionpreisen. Cola 6 Dollar, Corn Dog, Hot Dog, etc. 6 – 9 Dollar, mit Fritten auch schnell mehr. Dafür überall in den Hallen Anzeigetafeln, damit man beim Einkauf während des Spiels nichts verpasst…

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Blick von meinem Platz (Block 333, Reihe K, Sitz 23) durch das Stadion. Man achte darauf, wie offen das Feld in Richtung Innenstadt ist – da gibt es nur das Hawks Nest mit einer großen Anzeigetafel drüber.

Interessant auch: Die Dachkonstruktion wurde so gebaut, dass bei Regen nur die Bank und die Trainer des gegnerischen Teams nass werden, während das Heimteam im trockenen sitzt und steht!

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Bereits beim Auflaufen der Hawks zum aufwärmen werden sie von den Fans stürmisch begrüßt. Man achte auf die Ordnung beim Stretching, schick auf den 5-Yard-Linien verteilt….

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Der Einlauf zum Spiel dann mit den SeaGals (Cheerleader der Hawks) im Spalier – vorweg Taima, der 9-jährige Habicht, welcher jedes Heimspiel mit einem Flug aus dem Spielertunnel ins Zentrum des Spielfeldes eröffnet, danach die Stars in Einzelvorstellung und schließlich der Rest der Spieler.

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In der Halbzeitpause dann Unterhaltung durch die Hupfdohlen – äh – Cheerleader, diesmal inklusive der Nachwuchscheerleader….

image image imageZum Spiel selbst:

Das Stadion war nur etwa zu zweidrittel gefüllt, aber immer, wenn das gegnerische Team einen Spielzug startete, wurde ein Lärm gemacht, dass die Mühe hatten, ihren Count zu verstehen – und zweimal kam es dadurch auch zu Fehlstarts.

Beide Teams hatten Mühe ins Spiel zu kommen, die Offense der Hawks war so schlecht, dass Starquarterback Russell Wilson im ersten Viertel 4mal(!) gesackt wurde. Er bekam dadurch nur sein Laufspiel aufgezogen aber kein Passspiel – und musste meist nach 3 Versuchen wieder vom Feld. Im zweiten Viertel kam dann die Nummer 3 der Quarterbacks, Jake Heaps – und brachte gar nichts zu stande. Da auch die Defense noch nicht richtig griff, kamen die Vikings ein ums andere Mal mit Kurzpass-Spiel durch und holten sich einen Touchdown mit 2-Point-Conversion und ein Fieldgoal, so ging es dann mit 11:0 in die Halbzeit.

Im dritten Viertel kam dann die Nummer 2 der Quarterbacks, Trevone Boykin – und der fand mit Running Back Troymaine Pope einen idealen Partner fürs Laufspiel, bei dem Pope mehrfach bis zu 3 Blocks durchbrach – das erinnerte stark an Beastmode! Ebenso konnte Boykin einem Sack mit viel Bewegung entgehen und trug danach selbst noch das Ei zum nächsten First Down!

Mit diesem Schwung schafften die Hawks ebenfalls ihren ersten Touchdown – und mussten nun auch zur 2-Point-Conversion antreten, um den Vorsprung der Vikings auf ein Fieldgoal zu reduzieren. Bei diesem Spielzug täuschte Boykin eine Übergabe an und lief dann selbst, sprang Richtung Endzone, bekam in der Luft noch den Check, aber er hielt den Ball so weit gestreckt vor sich, dass er noch in der Luft, seitlich außerhalb des Feldes, die Linie zur Endzone überquerte!!!

WHAT A GAME!

Im weiteren Verlauf gelang Kicker Steven Hauschka noch ein Fieldgoal aus ca. 48 Yards und die Vikings vergaben ein Fieldgoal – so dass die Hawks das Angriffsrecht während der letzten 2 Minuten hatten, beim Stand von 11:11. Boykin versuchte alles, musste dann aber wegen zu hohem Risiko eine Interception hinnehmen, die auch noch zu einem gegnerischen Touchdown führte (Pick-Six). Trotzdem gaben die Hawks nicht auch und kamen in der verbleibenden Minute noch einmal dicht an die Endzone, es gelangen aber keine weiteren Punkte und das Spiel ging 18:11 verloren.

Und trotzdem – auf dem Weg aus dem Stadion pushten sich die Fans hoch und man ging halbwegs gut gelaunt aus dem Stadion (in dem übrigens Heim- und Auswärtsfans nicht voneinander getrennt sitzen). 3 Reihen vor mir war ein Vikings Fan, der immer im „falschen“ Moment jubelte…..

 

Tagesroute (klicken für Google Maps):

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